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Warum fühlen sich manchmal normale Alltagssituationen total bedrohlich an?Verständnis für Stress und Angst im Alltag

Aktualisiert: 24. Juni



Heute geht es um ein Thema, das viele von uns kennen, aber oft schwer zu verstehen ist:

Warum fühlen sich manchmal ganz normale Alltagssituationen so bedrohlich an?


Vielleicht kennst Du das Gefühl, in einer scheinbar harmlosen Situation plötzlich von Angst oder Stress überwältigt zu werden. Du bist damit nicht allein!


Heute gehe ich genau auf diese Frage ein und teile hier ein paar wichtige Erkenntnisse und Tipps mit Dir:

So bekommst Du mehr Verständnis für Stress und Angst im Alltag - und vermutlich auch eine große Portion wohlwollendes Selbst-Mitgefühl


Stell Dir vor, Du bist auf dem Weg zur Arbeit, stehst an der Bushaltestelle und plötzlich fühlst Du eine Welle von Angst/Unwohlsein. Oder Du sitzt in einer Besprechung und auf einmal steigt Dein Stresslevel ins Unermessliche. Solche Reaktionen sind oft nicht leicht zu verstehen, besonders wenn es keinen offensichtlichen Auslöser gibt. Doch es gibt eine Erklärung:


Unsere Reaktionen sind oft durch unverarbeitete Hochstresserlebnisse/Traumata aus der Vergangenheit geprägt.


Das Modell des dreiteiligen Gehirns: Ein Blick ins Innere

Um diese Mechanismen besser zu verstehen, erkläre ich das dreiteilige Gehirnmodell. Unser Gehirn besteht – ganz grob gesagt - aus drei Bereichen, die jeweils eine spezielle Funktion haben:

1. Stammhirn: Verantwortlich für unsere grundlegenden Lebensfunktionen und Reflexe.

2. Limbisches System: Sitz unserer Emotionen und Erinnerungen.

3. Neokortex: Hier findet das logische Denken und die kreative Problemlösung statt.


Wenn in unserem Lymbischen System Reize ankommen, die für uns eine Bedrohung darstellen bzw. in der Vergangenheit einmal eine Bedrohung dargestellt haben, die noch nicht verarbeitet/integriert ist, wird der Neokortex 'ausgeschaltet' und das Stammhirn übernimmt mit Überlebensreaktionen.


Überlebensreaktionen Unter anderem: Kampf, Flucht oder Erstarren Das limbische System aktiviert bei Bedrohung verschiedene Überlebensreaktionen: - Kampf: Du fühlst Dich aggressiv und möchtest gegen die Bedrohung ankämpfen. - Flucht: Du verspürst den Drang, der Situation zu entkommen. - Erstarren: Du fühlst Dich gelähmt und unfähig zu handeln. Diese Reaktionen sind tief in unserem Nervensystem verankert und können auch in nicht bedrohlichen Situationen durch Erinnerungen oder unverarbeitete Traumata ausgelöst werden. Das zu verstehen, ist ein möglicher erster Schritt, um besser damit umzugehen. In der Traumaarbeit sprechen wir hier vom Prinzip des guten Grundes“.

Wenn wir uns bedroht fühlen, wird oft der Neokortex ausgeschaltet und wir reagieren aus dem Stammhirn heraus. In echten Gefahrsituationen ist das natürlich richtig und wichtig, wenn wir aber im Alltag unverhofft in sogenannte Flashbacks geraten, dann reagieren wir auf eine nicht bedrohliche Situation mit den Überlebensreaktionen von „damals“, als wir uns in einer Situation hilflos ausgeliefert gefühlt haben – das kann ganz schön problematisch werden.


Unverarbeitete Traumata und ihre Auswirkungen

Unverarbeitete Traumata können unser Verhalten stark beeinflussen. Sie führen oft zu Überreaktionen und Kommunikationsschwierigkeiten, sei es in Partnerschaften, im Beruf oder im Umgang mit unseren Kindern. Unser Gehirn, genauer gesagt die Amygdala, reagiert auf bestimmte Trigger und versetzt uns in einen alarmierten Zustand. Dies kann zu unkontrollierten Gedanken und Gefühlen führen, die uns das Leben schwer machen. Selbstbewusstsein und Bewältigungstipps:

Der Schlüssel zu einem gesünderen Umgang mit diesen Zuständen liegt in der Verarbeitung, Integration und der Anerkennung unserer Gefühle.


Hier sind ein paar Tipps, die Dir helfen können:

1) Prophylaxe und Selbstfürsorge

Ein wichtiger Aspekt ist die Prophylaxe. Es geht darum, unser Nervensystem regelmäßig zu regulieren, um besser mit Stress umgehen zu können. Selbstfürsorge spielt dabei eine zentrale Rolle. Finde heraus, was Dir gut tut und integriere diese Aktivitäten in Deinen Alltag. Das können Spaziergänge, kreative Tätigkeiten oder einfach nur ein Moment der Ruhe sein. Lies mehr über Selbstfürsorge im Blog-Artikel "Sieben Empowerment-Inspirationen für mehr innere Stärke und Selbstfürsorge". In diesem Blog-Artikel findest Du ein paar Inspirationen, die Dir unterstützen können.

Sieben Empowerment-Inspirationen für mehr innere Stärke und Selbstfürsorge


2) Expert*in für das eigene Nervensystem werden

Beobachte mal, wann Du wie auf bestimmte Situationen reagierst. Wann fühlst Du Dich gut reguliert? Wann schlägt die Amygdala im lymbischen System Alarm? Wann gerätst Du in Überlebensreaktionen? - Wie macht sich das körperlich und emotional bemerkbar?


3) Nachsorge

Menschen neigen oft dazu, nach einem Flashback hart mit sich ins Gericht zu gehen. „Wie konnte das passieren?“ etc.


Es ist natürlich auch gut und richtig, hier zu reflektieren und – falls andere Menschen mit involviert gewesen sind – geeignete Wege zu finden, dies wieder in Frieden zu bringen.


Mindestens genauso wichtig ist es aber auch Wege zu finden, hier milde mit sich zu sein und sich auf kognitiver Ebene vergegenwärtigen, was da gerade passiert ist. (Dreigliedriges Gehirn, Flashback, Prinzip des guten Grundes…) und auch emotional gut für sich zu sorgen. Das Nervensystem möchte nach solchen Erlebnissen wieder gut reguliert werden - das können wir mit etwas Übung selber herbeiführen.


Dies hilft nicht nur dabei, das Nervensystem zu entspannen, sondern nimmt auch für eine mögliche zukünftige Situation mehr Druck raus.


Korrigierende Erfahrungen machen

Wenn wir lernen, unser Nervensystem besser zu verstehen und bewusst zu regulieren, können wir mit und mit korrigierende Erfahrungen machen und unsere Resilienz wächst.

Wir lernen einen gesünderen Umgang mit Stress.


Dadurch, dass wir nicht mehr so viel Energie dafür verwenden müssen, unseren Stress wegzudrücken oder ihm aus dem Weg zu gehen, haben wir so viel mehr Kapazitäten, um unser Leben bunt und freudig zu gestalten.

Das ist Teil vom sogenannten „Posttraumatischen Wachstum“

In der Podcastfolge "Unerwartetes Urlaubsende - Das Nervensystem in herausfordernden Situationen regulieren" erzähle ich über meine Erfahrung in diesem Bereich. Folge dem Link und schau Dir die Folge an!

Unerwartetes Urlaubsende - Das Nervensystem in herausfordernden Situationen regulieren


Resilienz und posttraumatisches Wachstum

Resilienz bedeutet nicht, dass uns nie etwas Heftiges passiert, sondern dass wir lernen können, damit möglichst gesund umzugehen. Posttraumatisches Wachstum beschreibt die positive Veränderung, die wir durch das Überwinden von Herausforderungen erfahren können. Indem wir unsere Resilienz stärken, können wir ein gesünderes und glücklicheres Leben führen.


Mehr über dieses Thema kannst Du mit dem Workshop "Ressourcicum - Unsere individuelle Glücksschatztruhe" erfahren.

Der Workshop ist geprägt von einer traumasensiblen und nervensystem-freundlichen Atmosphäre, in der Du Dich sicher und wohl fühlen kannst. Ich lege Wert darauf, dass Du Deine eigene Reise in Deinem eigenen Tempo machen kannst, und unterstütze Dich dabei, Deine ganz persönlichen Ressourcen zu entdecken und zu stärken. Folge dem Link und tauche ein in die Magie deiner eigenen Glücksschatztruhe im Workshop "Ressourcicum"!



Ich hoffe, dieser kleine Überblick hat Dir ein paar wertvolle Einsichten gegeben und Dich ermutigt, Dich selbst und Deine Reaktionen besser zu verstehen.


Wenn Du mehr über dieses Thema erfahren möchtest, lade ich Dich herzlich ein, meinen Podcast zu hören und Dich mit mir auszutauschen. Gemeinsam können wir Wege finden, mehr Leichtigkeit und Freude in Dein Leben zu bringen.

Warum fühlen sich manchmal normale Alltagssituationen total bedrohlich an?


Du möchtest tiefer in dieses Thema einsteigen und Dein Leben nachhaltig entspannter und freudiger gestalten?


Dann lade ich dich herzlich zu einem kostenlosen Infogespräch mit mir ein.

Ich freu mich sehr auf Dich!

Her mit dem schönen Leben!

Deine Eva

*Heilpädagogische Praxis für Traumaintegration und Potenzialentfaltung


Klick auf das Bild und erfahre mehr über mich und meine Arbeit :)


 

Als Trauma- & Heilpädagogin und Coach für neurosystemische Integration unterstütze ich Menschen seit 2002 auf ihrem Weg zu mehr Lebensfreude und Leichtigkeit.

Lasst uns gemeinsam Wege fnden Deine innere Schatztruhe wieder zu entdecken und Deine Ressourcen im Hier und Jetzt zu integrieren. Such Dir einfach hier Deinen Termin für ein kostenloses Info-Gespräch mit mir aus :)

P.s.: Du hast noch Fragen? Bitte schreib mich an! 

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