Die Kunst des „Beamens“: Wie du Ferien-Momente als Nervensystem-Medizin nutzen kannst
- Eva Istas

- 17. Apr.
- 5 Min. Lesezeit
Du kennst das bestimmt auch, oder? Die erste Woche nach den Ferien ist vorbei. Die Kinder sind wieder in der Schule/Kita - morgens klingeln wieder die Wecker, es werden wieder Brotdosen gepackt und die Nachmittage sind so viel schneller vorbei. In unserem Kopf wissen wir: „Wir hatten eine tolle Zeit. - Klar, es war auch schon mal richtig, richtig anstrengend. Aber wir haben auch tolle Ausflüge gemacht, gelacht und die Freiheit genossen.“

Aber jetzt - im Körper? Da klopft schon wieder die Enge an. Das Hamsterrad dreht sich, und die schönen Ferienmomente fühlen sich plötzlich Lichtjahre entfernt an. Heute möchte ich dir zeigen, wie du diese kostbaren Momente nicht nur als Erinnerung im Fotoalbum bewahrst, sondern sie als echte nährende Medizin für dein Nervensystem verankern kannst.
Warum „Wissen“ allein nicht reicht
Oft versuchen wir uns in stressigen Momenten kognitiv zu beruhigen: „Stell dich nicht so an, es war doch gerade erst Urlaub.“ Das Problem dabei? Unser Neocortex – der Teil unseres Gehirns, der für das logische Denken zuständig ist – wird in Stressmomenten oft als Erster „offline“ geschaltet.
Wenn wir getriggert werden, wenn die Kinder streiten oder wir in Zeitnot geraten, übernimmt das limbische System (unsere emotionale Schaltzentrale mit der Amygdala als Alarmglocke) oder sogar das Stammhirn (Überlebensmodus: Kampf, Flucht oder Erstarrung). In diesem Modus hilft uns logisches Wissen rein gar nichts mehr. Wir brauchen einen Zugang zum gefühlten Erleben.

Neuro-Autobahnen in Richtung Lebensfreude
In meiner Arbeit im Lebensfreudeatelier nutzen wir unter anderem den hypnosystemischen Ansatz. Das bedeutet: Wir laden dein ganzes System – Körper, Geist und Seele – dazu ein, in Ressourcen einzutauchen. Wenn wir üben, uns immer wieder ganz bewusst mit ressourcen/kraft-spendenden/regulierenden Momenten zu verbinden, bauen wir im Gehirn neue 'Autobahnen'.
Je öfter wir diesen Weg in die Freude und das Wohlgefühl gehen, desto breiter und stabiler wird er. Das Ergebnis? Dein Stresstoleranzfenster wird weiter. Du flippst bei „Kleinigkeiten“ nicht mehr so schnell aus, weil dein Neocortex „online“ bleibt. Du bleibst handlungsfähig und verbunden – mit dir selbst und deinen Liebsten. Ich empfehle meinen Klientinnen daher fast immer: Nimm deine Ressourcen-Zeit wie eine tägliche Medizin ein. Nicht erst, wenn der Sturm tobt, sondern auch schon prophylaktisch um es zu üben, dich immer wieder innerlich so richtig schön, genüsslich weit und freudig zu machen. Lass uns das jetzt sofort einfach mal im Kleinen ausprobieren - bist du dabei?
Deine kleine Reise: Beame dich zurück
Schenke dir ein paar Minuten Zeit. Du darfst einfach nur hier sein und deine Erfahrung machen.
1. Ankommen
Egal, ob du gerade sitzt oder liegst: Spüre die Schwerkraft. Lass dich ein kleines Stück tiefer in deine Unterlage sinken. Kannst du es dir noch ein bisschen gemütlicher machen? Vielleicht magst du dich einmal kurz genüsslich durchräkeln, so wie eine Katze in der Sonne. Spür den Boden unter deinen Füßen – deine ganz persönlichen, tiefen Wurzeln, die dich halten, egal wie trubelig es obenrum ist.

2. Den Moment wählen
Wähle jetzt einen wunderschönen Freizeit-Moment. Vielleicht eine Situation mit deinem Kind, in der alles ganz leicht war. Vielleicht ein Moment der Stille, ein gemeinsames Lachen, das Gefühl von Sand zwischen den Zehen. Wähle einen Moment, bei dem du innerlich sofort freudig „Ja!“ sagst.

3. Mit allen Sinnen eintauchen
Beame dich jetzt mit deiner Aufmerksamkeit mitten in diesen Moment hinein. Schau dich dort um:
Sehen: Was gibt es da zu sehen? Benenne für dich (gerne laut) 5 Dinge, die du dort wahrnimmst. Gegenstände, Pflanzen, Farben, Licht, Gesichter...
Hören: Was nimmst du mit deinen Ohren wahr? Das Rauschen des Windes? Ein Kinderlachen? Das Klappern von Geschirr? Deinen Atem?
Riechen: Wonach duftet es dort? Nach Sonnencreme? Frischem Wald? Essen? Wasser?
Fühlen: Was spürst du auf deiner Haut? Die Wärme der Sonne? Einen kühlen Luftzug? Was tasten deine Hände?
Schmecken: Gab es vielleicht sogar einen ganz besonderen Geschmack in diesem Moment?
4. Die Verkörperung (Embodiment)
Beobachte nun, was sich in deinem Körper verändert, während du dort verweilst und immer tiefer eintauchst. Wird dein Bauch warm? Hüpft dein Herz ein bisschen vor Freude? Werden deine Schultern weich und sinken nach unten? Nimm wahr, wie sich dein ganzes System weitet. Das ist dein Nervensystem, das gerade auf so vielen Ebenen gleichzeitig „Sicherheit“, "Wohlgefühl" und „Geborgenheit“ wahrnimmt.
5. Dein inneres Wort
Lausche kurz nach innen: Kommt dir ein Wort oder ein kurzer Satz in den Sinn, der diesen Zustand beschreibt? Sprich ihn auch gerne laut aus.
6. Das Pendeln
Komm nun langsam wieder zurück in den Raum, in dem du gerade bist. Und dann geh noch einmal kurz zurück in deine Erinnerung. Pendle ein paar Mal mit deiner Aufmerksamkeit hin und her. Das ist das Training für deine „Neuro-Autobahn“. Du übst und machst die Erfahrung: Ich kann jederzeit dahin zurückkehren.

Hol den Moment in deinen Alltag: Der „Wander-Anker“
Damit diese Erfahrung im Alltagstrubel nicht verpufft, brauchen wir Anker. Such dir einen Gegenstand (ein Bild, einen Stein, eine Muschel), der dich an diesen Moment erinnert. Mein persönlicher Tipp gegen „Betriebsblindheit“: Lass deinen Anker wandern!
Platziere ihn für ein paar Tage am Badezimmerspiegel, dann auf dem Armaturenbrett im Auto, dann neben dem Kaffeekocher. Durch den Ortswechsel nimmst du ihn immer wieder neu und bewusst wahr. Verknüpfe die Übung mit einer Routine: „Immer wenn ich meine Schuhe anziehe, sehe ich das Urlaubsfoto am Schlüsselbrett. Ich halte kurz inne, nehme drei tiefe Atemzüge und beame mich mit allen Sinnen in meinen Kraftmoment.“ Du kannst sogar einen Stift danebenlegen und auf der Rückseite des Fotos das Datum eintragen, an dem du die Übung gemacht hast – wie ein kleines Erfolgstagebuch für dein Nervensystem.
Es darf leicht sein
Diese kleinen Inseln der Selbstregulation sind keine Zeitverschwendung – sie sind die Basis für dein genussvolles Wirken. Sie geben dir die Kapazität, die Frau, der Mensch, die Mutter, Partnerin und Frau zu sein, die du sein möchtest. Und das wünsche ich dir von ganzem Herzen. Natürlich ist dieser Blogartikel nur ein kleiner Vorgeschmack.

In meinen Einzelsitzungen gehen wir noch viel tiefer. Wir schauen uns an, wie wir deine ganz individuellen Ressourcen-Wurzeln so stabil verankern, dass du dich auch in größeren Stürmen des Lebens immer sicherer fühlst. Wir verweben auch alte Erfahrungen mit den Ressourcen aus dem Hier und Jetzt und so viel mehr.
Möchtest du noch mehr erleben, wie sich diese Sicherheit, Geborgenheit und Lebensfreude in dir anfühlt? Dann lade ich dich herzlich zu einem kostenlosen Infogespräch ein. Lass uns gemeinsam schauen, wie wir dein Potenzial mehr zur Entfaltung bringen und du das Leben wieder freudiger genießen kannst.
Hier kannst du dein kostenloses Infogespräch buchen – ich freue mich auf dich!
🤗 Her mit dem schönen Leben.
Ich freu mich auf dich!
Deine Eva


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