Lehre einer Elefanten-Mama

Aktualisiert: Mai 4

"Logbuch" vom 27.März 2021:

Eva sitzt mit Jasmin-Blüten im Haar, Bindi und traditioneller indischer Kleidung im Zug.
Schnitzeljagd mit Gott

Als ich gerade die Kinder in den Schlaf kuschelte, fragte ich mich: „Wie mach ich das überhaupt? Eigentlich bin ich heute eher in einem genervten Zustand, wo ich am Liebsten so viel Ruhe und Zeit für mich haben möchte, wie es nur geht. Und trotzdem kann ich jetzt gerade dieser „Restwuseligkeit“, die die zwei kleinen Zwerge mit ins Bett bringen, ruhig und gelassen begegnen: Entspannt bleiben und sie mit der Ruhe anstecken, so dass sie friedlich in den Schlaf finden.“ Klar: Das gelingt mir nicht immer so… aber doch fast immer, und das tut einfach gut. Und da fiel mir, während ich dann links und rechts von mir, zwei immer ruhiger atmende Kinder im Arm hielt, dieses wundervolle Erlebnis aus Indien ein und ich reiste in meiner Phantasie komplett zurück – es war herrlich. Und weil ich jetzt so beflügelt bin, muss ich diese Geschichte jetzt hier auch noch mit Euch teilen – Sonst platz' ich noch vor Glück:

Intuitiv reisen durch Indien

Im Herbst 2009 reiste ich durch den Süden von Indien, ohne Plan, einfach intuitiv und voller Vertrauen. Es fühlte sich an, wie eine Schnitzeljagd mit Gott. :)

Das bunte, einladende Gästehaus in der Außenansicht; Foto: Eva Istas
farbenfroh und einladend

Eines Tages kam ich nach einer abenteuerlichen nächtlichen Busfahrt in einem mini-kleinen Dorf mitten in den Bergen an.


In dem angrenzenden Naturschutzgebiet leben auch Elefanten: Mein Herz klopfte immer schneller vor Freude – ich liebe Elefanten, seit ich ein kleines Kind bin und hier durfte ich (wahrscheinlich) zum ersten Mal welchen in der freien Natur begegnen. Ich sprach die Menschen auf der Straße an und sie schüttelten traurig die Köpfe, es war gerade jemand im Dorf verstorben, eine schwere Traurigkeit war zu spüren – es wurde nur das Nötigste gearbeitet, also gab es auch keinen Ortskundigen, der mit mir ins Naturschutzgebiet gehen konnte. So schade...


Wenn "das" nicht geht - Was geht denn dann?

Da meldete sich die Neugier, dieses Dörfchen weiter zu erkunden. Der Ort war wunderschön, farbenfroh, verspielt, überall liefen kleine drollige Äffchen rum und ich hatte ein traumhaft-schönes Gästezimmer - Im Hinterhof des Hostels gab es sogar ein Baumhaus-Zimmer :)


Während ich so schlenderte, wurde ich auf meinen Wunsch, die Elefanten zu besuchen, angesprochen.

Den Eingang der Lehmhütte mit Strohdach; Foto: Eva Istas
Indische Lehmhütte

Ich erfuhr, dass sich ein Mann aus dem Dorf sehr darauf freute, mich ins Naturschutzgebiet zu begleiten - aber es wäre tatsächlich eher sehr selten, dass man wirklich auch Elefanten zu Gesicht bekommen würde.

Mein Herz hüpfte vor Freude und ich ließ mich zu der kleinen Bambushütte führen, in der mein Begleiter mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern wohnte.



Wenn etwas geschehen soll, dann wird es auch geschehen

Ich bedankte mich 1000 Mal und dann gingen wir los, einfach aus der Hütte raus und wir waren schon drin im Naturschutzgebiet. Zunächst erzählten wir ein bisschen, dann wurde der Bambus dichter und wir mussten eng beieinander bleiben, damit wir aus Sicht der Elefanten nicht als Bedrohung bewertet würden. Ich lernte den Blick nach oben zu richten, um zu sehen, ob irgendwo der Bambus wackelt und dann, nach vielleicht 1,5 Stunden wackelte es ganz ordentlich:

Gefühlt 50 Meter Luftlinie entfernt, getrennt durch ein kleines steiles, grünes Tal, war eine ganze Elefantenfamilie. Meinem Begleiter und mir stockte der Atem, der Puls raste und ich spürte und hörte meinen Herzschlag in den Ohren.


Nach einer Weile flüsterte mein Begleiter mir zu, dass die Elefanten wüssten, dass wir da sind, und sie trotzdem entspannt blieben. Er war total geflasht und sagte wie außergewöhnlich so eine Begegnung selbst für ihn wäre.


Familienleben im Bambuswald

Die großen Elefanten lagen entspannt in der Sonne, während die kleinen spielten, balgten und tobten.

Natürlich kletterten die kleinen auch auf ihre Mamas drauf.


Wenn das den Müttern zu viel wurde, schoben sie die Babies bestimmt und kraftvoll zur Seite. Gleichzeitig war so sehr zu spüren, dass da kein Groll bei den großen Elefanten war. Sie blieben total gelassen und liebevoll.

Immer wieder geschah dies und ich speicherte für mich: „Wenn ich mal Mama bin, dann möchte ich es möglichst genauso machen, wie diese Elefanten: Ich zeige meine Grenzen glasklar, liebevoll und gelassen.“

Heute weiß ich: Das ist eine Übung, ein Fixstern für mich. Natürlich gelingt es mir nicht in jeder Situation so gelassen zu bleiben – und wenn ich dann anfange streng mit mir zu werden, dann zwinkern mir die Elefantenmamas liebevoll zu uns sagen: „Hey: wir kennen auch die >anderen< Tage“ ;)


Evas Begleiter steht im Bambus-Wald
Was für ein Abenteuer - ich bin so dankbar :) Foto: Eva Istas


Unendlich große Dankbarkeit für dieses Teaching

Mein Begleiter und ich waren ursprünglich nur für 3 Stunden verabredet gewesen… ich glaub ich brauche hier nicht noch extra zu erwähnen, dass wir so lang geblieben sind, wie es nur eben ging. Irgendwann mussten wir aber los, weil es langsam dunkel wurde.

Zurück bei seiner Frau und den Kindern erzählte er mit strahlenden Augen, was wir erlebt hatten. Ich bekam noch einen köstlichen Tee und dann verabschiedeten wir uns.

Ich bin mir sicher, dass, jetzt, wo ich diese Zeilen hier mit Euch teile, noch mal eine ganz besondere Energie in dieses kleine, zauberhafte Dorf geht.



Wie passend, dass Ganesha, der Elefanten-Gott, mich die ganze Reise auf ganz magische Weise begleitet hat (dazu werde ich auch noch einen weiteren Artikel schreiben).

Mit Blumen geschmückte Ganesha-Figur; Foto: Eva Istas
Ganesha

Ganesha steht unter anderem für:

  • Hindernisse aus dem Weg räumen "Leg einfach los! Nur Mut!"

  • achte auf die Botschaften des Herzens - Deine Intuition

  • er setzt positive Energien frei und sorgt für Balance und Harmonie in der Familie und im Beruf

Diesen ausführlichen Yogawiki-Artikel zu Ganesha empfehle ich Dir von ganzem Herzen.


Das hier ist mein Lieblings-Ganesha-Mantra, welches mir auch später, als ich dann wirklich Mutter war, so sehr geholfen hat, in herausfordernden Situationen, mich mit diesem stärkenden Erlebnis zu verbinden und mir Halt zu geben.

gif

Danke, dass ich das mit Dir teilen darf :)

Erinnert Dich meine Geschichte an etwas aus Deinem Leben?

Erzähl super gern mal!

In den Kommentaren ist so viel Platz :)

Ein herzliches Töröööö und vielen, vielen Dank für's Lesen

Deine Eva


Wie ich seit 2002 die Menschen, die zu mir kommen auf ihrem individuellen Weg zu mehr Freude und Leichtigkeit begleite erfährst Du hier auf meiner Seite.

Das berichten meine Klienten über ihre Erlebnisse mit mir :)



Schwarze Schrift auf goldenem Pinsel-Strich: "Her mit dem schönen Leben" der Claim von Eva Istas
verspielter Schriftzug "Eva Istas Lebensfreude" auf rundem, grünem Hintergrund mit zart angedeutetem Eschen-Blatt

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