Warum ich die Verbindung mit der freien Natur so liebe

Aktualisiert: Apr 29


Freiheit im Außen – Freiheit in mir


Ich steige in die Zeitkapsel und gebe Sommer 1989 ein.

Eva hockt als 6 Jährige an einem Teich Foto: Rolf Schwartz
es riecht waldig, modrig, sumpfig

Jetzt bin ich 6 Jahre alt - ich bin draußen, mir geht es wunderbar.


Es riecht waldig, modrig, sumpfig – meine Knie sind ein bisschen aufgeschürft, die kleinen Hände sind erdig.


Ich befinde mich in einem wundervollen, friedlichen Waldstück - kleine Trampelpfade schlängeln sich durch Nadel- und Laub-Bäume, ich singe vor mich hin, fühle mich so frei und geborgen.


Verträumt und gleichzeitig ganz präsent im Hier und Jetzt.

Wann immer es geht stromere ich mit meinen Freunden durch die Wälder, wir klettern in den großen Steinbruch, trauen uns für ein paar Meter in den stillgelegten Eisenbahn-Tunnel und verirren uns in riesigen Maisfeldern…

Beim Krabbeln durch’s Unterholz, Hütten-bauen und Klettern fühle ich mich ganz verbunden mit meinen Freunden…


Und dann – von Zeit zu Zeit – spüre ich, das ich mehr Ruhe brauche.

Ich erlaube mir ganz natürlich, mich zurück zu ziehen...

Eva im Herbst bei diesigem Wetter am Ufer eines Sees. Sie blickt weg von der Kamera in die Ferne. Foto: Sandra
Verbinden - Auftanken - Innehalten

Der Natur lauschen, sie fühlen, mich mit ihr verbinden – auftanken – innehalten.


Im Wald muss ich mich nicht erklären oder rechtfertigen: Ich darf einfach sein.

Vieles geht mir durch den Kopf, jetzt ist es Zeit für eine Pause und ich verbinde mich mit der Ruhe in mir.


Ich bin bei jedem Wetter draußen – zu jeder Jahreszeit – die Freiheit der Natur erinnert mich an meine Natur - ich fühle mich gut, erfrischt und aufgetankt.


Genau richtig, so wie ich bin.


Ich bedanke mich bei diesem Wald meiner Kindheit und bei meinen Freunden und steige wieder in die Zeitkapsel.


April 2021: Ich sitze wieder hier vor meinem Laptop, an dem ich gerade diese wundervolle Erinnerung aufgeschrieben habe.

Eva steht strahlend im Wald
Das Gefühl von Freiheit und Geborgenheit behalte ich bei

Den erdigen Geruch und das Gefühl von Freiheit und Geborgenheit behalte ich bei.

Wenn ich diese Zeitreise mit meinen heutigen Natur-Erfahrungen vergleiche, hat sich da nicht viel verändert – nach wie vor gehe ich alleine, mit meinen Freunden und natürlich auch meinen Klienten so gern spazieren oder wandern.


Wie ich den kindlichen Entdecker-Modus auch heute noch aktiviere, beschreibe ich weiter unten.


Hokus-Pokus-Fidibus - Wetterzauber

Die Bäume, Tiere, Pflanzen, Böden zeigen sich jeden Tag anders und ich liebe es, feine und gewaltige Veränderungen ganz bewusst wahrzunehmen und mich von ihnen verzaubern zu lassen.


Geh mal die folgenden Wörter ganz langsam durch und fühle mal, nimm gern auch Dein inneres Kind mit auf diese Fühl-Safari:

Sonne - Wind - Regen - Wolken - Nebel - blauer Himmel - Sturm - Hagel - Gewitter - Tornado - Prasseln - sanft - ruhig - wild - laut - leise - mild - Schnee - Eis - Frost - wirbelnd - Hitze


Gibt es für Dich „schlechtes“ Wetter?

Einige Menschen bezeichnen ein bestimmtes Wetter z.B.: Sonnenschein, klarer blauer Himmel, 25°C, leichte Brise... als besonders schön und wählen damit automatisch andere Wetterverhältnisse als unangenehmer zu bewerten.


Bitte versteh mich hier richtig:



Ich meine damit nicht, dass das nicht erlaubt ist, oder dass ich das verurteile.

Mir fällt einfach nur auf, dass den Menschen, die das so betrachten, so viel Schönheit und so viele Wunder durch die Lappen gehen.


Und da hüpfe ich mal kurz zu unseren Gefühlen (dem Wetter in uns):


Wir Menschen bezeichnen auch oft ein bestimmtes inneres Wetter z.B.: angenehme Gedanken, körperliches Wohlgefühl, eine stimmige Balance zwischen Anspannung und Entspannung… als besonders schön und gehen damit gewissermaßen in Widerstand, wenn sich ein anderes "Wetter-Gefühl" zeigt.

Vielleicht magst Du mit mir ein kleines Experiment starten:

Ich persönlich übe, jedes Gefühl, was sich in mir bemerkbar macht, erst mal anzunehmen.

Und neugierig zu forschen: "Aha, interessant... was gibt es hier zu entdecken?"

Natürlich gibt es innere Wetterlagen, die man angenehmer findet.


„Wenn es regnet, lass es regnen."


Für mich gilt sowohl für die Natur, als auch für meine Gefühle:


Je eher ich damit beginne, das Wetter anzunehmen und damit Frieden zu schließen, desto besser kann ich mich entspannen.

Wenn ich entspannt bin, fühle ich mich freier und kann andere Perspektiven und Lösungen finden, die mich dabei unterstützen, unabhängig vom "Wetter", eine erfüllte und sinnvolle Lebenszeit zu genießen.

Das macht sich besonders in herausfordernden Situationen angenehm bemerkbar.


Magst Du die Wörter noch einmal aus einer annehmenden, weiten, offenen, neugierigen Haltung wirken lassen?

Sonne - Wind - Regen - Wolken - Nebel - blauer Himmel - Sturm - Hagel - Gewitter - Tornado - Prasseln - sanft - ruhig - wild - laut - leise - mild - Schnee - Eis - Frost - wirbelnd - Hitze


Vertraute Umgebung – jedes Mal neu

Hören - Sehen - Riechen - Fühlen - Schmecken

Eva steht vor einem Kirschbaum und riecht an einer Blüte Foto: Tabea
Sinnes-Detektivin

In der freien Natur bekommen die Sinne stets und ständig

neue Reize, angefangen bei dem Aspekt, ob ich einen Rundweg rechts oder links herum gehe, ob ich mich mit oder gegen die Strömung des Baches/Flusses bewege bis hin zu den unterschiedlichen

  • Jahreszeiten

  • Entwicklungs-Phasen der einzelnen Pflanzen

  • Verhaltensmustern der Tiere

  • Farben

  • Formen

  • Strukturen

  • Bodenbeschaffenheit

  • ...

Hach :) Diese Auflistung könnte ich jetzt noch ewig so weiter führen...


Worauf ich hinaus möchte:


Bei jedem Aufenthalt in der Natur ist der Entdeckungs-Raum ein völlig anderer, es gibt immer Überraschungen -

Mein Verstand bekommt die Aufgabe, zu beobachten.

Das macht es total spannend und unterstützt mich dabei mit meiner kompletten Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu sein.


Inneres Kind

Komm mit mir ins Abenteuerland...

Eva sitzt strahlend auf einem bemoosten Baumstamm Foto: Tabea
Inneres Kind

Wenn ich in der Natur unterwegs bin, ist immer auch mein inneres Kind mit dabei. Ich spüre die Verbindung so intensiv und ich liebe es, mich mit ihr zu verbinden, mich auszutauschen und die leichten, unbeschwerten Gefühle noch mehr in mir zu aktivieren.


Ich bestaune die Eindrücke mit kindlicher Neugier:

Genieße die Faszination von Farben, Formen, Bewegungen, Kontrasten, Materialien, Übergängen…


Alles ist gleichzeitig ästhetisch und natürlich existent:

Chaos, Ordnung, Perfektion, Zerstörung, Gleichgewicht, Leben, Tod, Struktur, Weichheit, Klarheit, Grenze, Verschmelzung...


Vielleicht magst Du bei Deinem nächsten Aufenthalt in der freien Natur auch einmal Dein inneres Kind einladen, dabei zu sein. Lass Dich inspirieren und sei gespannt, was entdeckt werden möchte.


Das Naturgefühl in den Alltag integrieren

Das angenehme Gefühl jederzeit anzapfen:

Die folgenden Impulse helfen dabei, sich auch außerhalb von der freien Natur die Harmonie und Balance zu spüren.

So schaffst Du es immer besser Dir selbst in herausfordernden Situationen Halt zu geben.


Diese Übungen habe ich für mich selbst und in den fast 20 Jahren professioneller begleitender Tätigkeit für meine Klienten entwickelt - jeder Mensch ist anders gepuzzlet und jeder braucht etwas anderes. Fühle Dich bitte frei, meine Impulse nach Deinen Bedürfnissen zu verändern und vertraue darauf, dass Du für Dich immer den richtigen Weg findest.


Heißer Tipp:

Probier die Übungen einfach jetzt schon mal beim Lesen aus, das hilft Dir dann im Alltag besser reinzukommen.

  1. In herausfordernden Situationen: Wenn Du anfängst Dich fahrig zu fühlen, schließe kurz die Augen und beame Dich mit allen Sinnen an einen wundervollen Ort in der Natur. Frage nun alle Deine Sinne der Reihe nach, was sie wahrnehmen - bade in diesem Gefühl, lass es Deinen ganzen Körper durchströmen, bis in die feinsten Teile. Diese Übung klappt auch wunderbar auf der Toilette ;)

  2. Stelle Dir ein Handy-Hintergrund-Bild mit einem oder mehreren Lieblingsorten in der Natur ein. Achte darauf, dass Du Dich in dem Moment, in dem Du das Bild einfügst, mit diesem Ort verbindest, ihn also - wie in Punkt 1 beschrieben - so richtig fühlst.

  3. Vorhang auf: Stelle Dir einmal mit allen Details vor, dass die Umgebung, in der Du Dich jetzt gerade beim Lesen meines Artikels befindest, sich zu einem wundervollen Ort in der Natur verwandelt:

Vielleicht werden die Wände zu Bäumen, Bergen, Lianen... vielleicht verwandelt sich der Boden zu Moos, Sand, Erde? Gibt es Wasser? Einen Bach? Wasserfall? Meer? Wie ist das Wetter? Die Temperatur? Was riechst Du? Was hörst Du? Wie sieht der Himmel aus? ... Schau' Dich um, gerne auch aus neugierigen Kinderaugen.


Merkst Du einen Unterschied?


Und jetzt stell Dir schon mal kurz aus Spaß vor, wie Du zukünftig mit dieser Übung durch die Fußgängerzone gehst, oder durch den Supermarkt, oder... oder... oder...


Du möchtest noch tiefer in dieses Thema einsteigen? Prima, dann melde Dich herzlich gern bei mir :)


Dieser Artikel ist eine Einladung:

Lasst uns doch einfach öfter üben, wieder mehr zu spielen.

Lasst uns unsere Phantasie in der Natur auftanken und noch besser lernen, sie im Alltag zu nutzen.

Es ist so viel mehr möglich, als unser Verstand glaubt.

Hier liest Du, wie sich das auf die Menschen, mit denen ich arbeite auswirkt.


Klingt das gut? Dann los!


Schreib mir so gern, was Dir jetzt gerade in den Sinn kommt.

Ich freue mich über Den Austausch mit Dir in den Kommentaren.


1000 Dank, dass ich dies mit Dir teilen darf

Deine Eva


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Eva liegt total entspannt auf einem bemoosten Baumstamm Foto: Tabea
Naturliebe

Herzlichen Dank an Judith Heigl von Judygrafie, Rosa Engel von Poetic Portraits, Rolf Schwartz, Tabea Linz und Sandra Wirtz für die traumhaft-schönen Fotos :)

Judith und mich könnt ihr auch in diesem lebensfrohen Video erleben: "Freundschaft, Berufung & Begeisterung"


An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal von ganzem Herzen bei der wundervollen Judith von Sympatexter für die großartige Boom-Boom-Blog-Challenge bedanken - sie ist eine richtig tolle Reiseführerin in die Welt des Bloggens.


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