Wenn das Kind krank ist – und plötzlich alles durcheinandergerät
- Eva Istas

- vor 6 Tagen
- 4 Min. Lesezeit

Viele Grüße von der Sofa-Kranken-Büro-Station.
Jetzt gerade, wo ich diese Worte schreibe liegt neben mir mein Sohn. Warm eingekuschelt unter einer Decke: Die Nase ein bisschen rot, die Augen müde. Im Hintergrund läuft eine Folge von „Lieselotte Postkuh“. Und ich sitze mit Laptop und Tee auf dem Sofa und denke: Okay, heute läuft der Tag ein bisschen anders.
Eigentlich hatte ich meinen Arbeitstag ganz anders geplant.
Aber dann kam der Moment, den wahrscheinlich viele Eltern kennen: Das Kind wird morgens wach – und man merkt sofort, dass heute kein normaler Tag wird.
Also habe ich innerlich kurz die Route neu berechnet.
Früher hätte mich so etwas ziemlich gestresst.
Heute denke ich eher: Genau dafür habe ich mir diese Art der Freiberuflichkeit aufgebaut.

Ich habe kurz gespürt, wie meine Amygdala anspringt – dieses kleine Alarmsystem im Gehirn, das sofort meldet: Achtung, Planänderung! Also habe ich mir einen neuen Plan auf der Tafel gemacht.
Die Sitzungen von heute habe ich auf nächste Woche verschoben. Und stattdessen mache ich heute den Konzeptionstag, der ohnehin für nächste Woche geplant war.
So kann ich für mein Kind da sein – und gleichzeitig auch für meine Praxis.
Und in solchen Momenten wird mir immer wieder bewusst, wie wertvoll eine Entscheidung war, die ich vor zehn Jahren getroffen habe.
Damals habe ich mein heilpädagogisches Restaurant verkauft.

Der Traum – und die Realität
Als ich Mutter wurde, hatte ich eine sehr romantische Vorstellung.
Ich dachte: Ich trage mein Baby im Tuch, laufe durch mein Restaurant, kümmere mich um die Gäste und um meine Mitarbeiter*innen – und mein Kind wächst einfach mitten in diesem lebendigen Miteinander auf.
Die Vorstellung fühlte sich wunderschön an.
Aber nach der Geburt merkte ich schnell: So klappt es nicht!
Ich war so dermaßen erschöpft. Mein Baby war total überreizt. Und auch mein Business litt darunter.
Es war einer dieser Momente im Leben, in denen man schmerzlich merkt: Der ursprüngliche Plan passt nicht mehr.
Also habe ich eine Entscheidung getroffen, die mir damals unglaublich schwer fiel.
Ich habe das Restaurant verkauft.
Nicht, weil der Traum falsch war. Sondern weil ich gespürt habe, dass er in dieser Form nicht mehr zu meinem Leben passt.
Viele Mütter kennen diesen inneren Spagat
Viele Frauen, die zu mir kommen, erzählen mir von genau solchen Momenten.
Sie werden Mutter – und plötzlich verändert sich alles.
Manche merken, dass sie ihre Arbeit vermissen. Andere merken, dass ihre Arbeit sich plötzlich sinnlos anfühlt. Wieder andere stellen fest, dass der Alltag mit Kindern viel intensiver ist, als sie es sich vorgestellt haben.
Da sind Liebe und Freude.
Aber auch:
Überforderung
Wut
Müdigkeit
das Gefühl, zwischen allen Rollen zerrissen zu sein.
Und viele denken dann:
Warum komme ich damit nicht besser klar? Andere schaffen das doch auch.

Was hier wirklich passiert
Bis zu dem Moment, in dem ein Kind geboren wird, haben viele Frauen das Gefühl, ihr Leben eigentlich auf der Kette zu haben.
Und dann kommt dieses kleine Wesen – und plötzlich berührt es alles.
Schlafmangel. Verantwortung. Dauerhafte Nähe.
Und ganz nebenbei werden auch viele alte Gefühle wach, die vorher nur leise im Hintergrund waren.
In meiner Arbeit schauen wir deshalb nicht auf sogenannte „Persönlichkeitsprobleme“.
Wir schauen auf das Nervensystem.
Denn Mutterschaft ist für das Nervensystem eine enorme Herausforderung. Sie berührt tiefe Schichten von Bindung, Sicherheit, Verantwortung und Selbstwert.
Und genau deshalb tauchen manchmal Gefühle auf, die vorher kaum spürbar waren:
Wut. Verzweiflung. Frust. Erschöpfung.
Nicht, weil mit dir etwas nicht stimmt. Sondern weil dein System gerade versucht, sich neu zu kramen.

Was möglich wird, wenn Regulation entsteht
Als ich damals mein Restaurant verkauft habe, war das nicht das Ende meiner Berufung.
Im Gegenteil.
Es war der Anfang eines neuen Weges.
Ich durfte erst einmal wirklich, wirklich im neuen Familienleben ankommen. Und später begann ich Schritt für Schritt wieder zu spüren:
Meine Berufung ist immer noch da.
Heute gestalte ich meine Arbeit ganz anders.
Meine Kinder erleben eine Mama, die sich auf ihre Arbeit freut. Die inspiriert ist. Die strahlt.
Und gleichzeitig eine Mama, die da ist. Nicht perfekt.
Aber in einem lebendigen Gleichgewicht zwischen Familie, Berufung und eigenen Bedürfnissen.
Vielleicht kennst du diese Fragen
Viele Frauen kommen zu mir mit Gedanken wie:
„Ich liebe mein Kind, aber manchmal bin ich einfach nur erschöpft.“
„Ich möchte eine gute Mutter sein – und gleichzeitig auch meinen eigenen Weg gehen.“
„Ich habe das Gefühl, ständig zwischen allem hin- und hergerissen zu sein.“
Wenn du dich darin wieder erkennst, bist du damit nicht allein.
Und vor allem: Es bedeutet nicht, dass du etwas falsch machst.
Oft ist es einfach ein Zeichen dafür, dass dein Nervensystem gerade Unterstützung braucht.
Ein erster Schritt
In einem kostenlosen Infogespräch schauen wir gemeinsam auf deine aktuelle Situation.
Du erzählst ein Stück deiner Geschichte. Ich höre zu – fachlich und menschlich.
Und wir überlegen gemeinsam, wie mehr Entlastung, Klarheit und innere Ruhe möglich werden können.
Viele Frauen spüren schon in diesem ersten Gespräch:
Ah. Ich muss das nicht alles allein herausfinden.
Wenn du möchtest, kannst du hier einen Termin vereinbaren:
Und vielleicht sitzt du ja bald auch einmal irgendwo mit einem Tee in der Hand und denkst:
Okay. Die Route hat sich geändert.
Aber sie führt immer noch in eine gute Richtung.
🤗 Her mit dem schönen Leben.
Deine Eva


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